Donnerstag, 30. Juli 2009

"Chopin kam irgendwie zu spät"

Dass klassische Musik schon lange nicht mehr in die spießige Abteilung des Bürgertums gehören, wusste ich. Dass es nicht all zu viele Komponisten gibt, die sich relativ großer Beliebtheit erfreuen, wusste ich ebenfalls. Dass mein Lieblingskomponist zu den größten gehört, war mir ebenfalls bekannt.

Dennoch durfte ich vor etwa zweieinhalb Monaten einen Menschen kennenlernen, den ich eigentlich gar nicht mehr her geben will.
Ein Mensch, der seines gleichen sucht, ein Mensch, der einfach so wirr und doch
so geordnet ist.
Ein Mensch, der genau im richtigen Moment anruft und fragt, ob wir zusammen
Chopin hören wollen.
Ein Mensch, der mit im richtigen Moment das Richtige in den richtigen Worten sagen
kann, um tösendes Gelächter zu erzeugen.
Ein Mensch, dessen Haare man 24/7 kraulen könnte.
Ein Mensch, der von zu viel Lactose müde und unkonzentriert wird.
Ein Mensch...

der wohl bald geht.

Chopin kam halt irgendwie zu spät.

"Warum es ganz einfach ist, eine nette Cheffin zu hassen"

Um dieses Thema adäquat behandeln zu können, bedarf es einer groben Beschreibung meines Alltags in Erfurt:

Der typische Funkwerk-Tag:
Vom um 8.50 Uhr klingelnden Handywecker drücke ich noch mindestens fünf mal die "Snoozetaste", um dann letztendlich um 9.30 Uhr aus dem Bett zu kriechen. In der Hoffnung, dass das Bad inzwischen nicht mehr durch meinen liebenswerten Mitbewohner beziehungsweise Gastgeber besetzt ist, wandere ich in die Dusche, wo ich meinen Körper der täglichen Reinung unterziehe. Dann bleibt lediglich Zeit zum Haare kämen, eindeonieren und einkleiden.
Der Weg zu Radio Funkwerk lässt sich auf einen Zeitaufwand von etwa sieben minuten begrenzen. Wenn wir an der Tür klingeln, um um Einlass zu bitten, zeigt das Chronometer meist einen Wert zwischen 10.15 und 10.30 Uhr an. Damit sind wir im tolerierten Rahmen zum eigentlichen Arbeitsbeginn von 10 Uhr.
Auf Arbeit angekommen, nehme ich zuerst eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen, das ich auf meinem Weg zur Arbeit käuflich erstanden habe zu mir, um die Zeit bis zum Mittag zu überbrücken. Dann beginnt um etwa 11 Uhr der eigentliche Prozess der Arbeit, zu dem in den meisten Fällen Telefonieren, Formulare anfordern, unterschreiben und einordnen, Veranstaltungstipps einsprechen, schneiden und für die Mediathek konvertierten, sowie das Erstellen des Funkweckers am Samstag.
In der Zeit, wo meine Gehirnzellen und Muskeln warmgelaufen sind und kurz davor sind einen effektiven Wirkungsgrad zu erreichen, öffnet sich die Tür und meine Cheffin tritt ins Büro. Alle mit einem relativ freundlichen "Hallo" grüßend, verzieht sie sich ohne Umwege in ihr Büro, das Büro der Leiterin.
Von nun an bekomme ich sie nur noch zu Gesicht, wenn sie mir eine besonders wichtige Aufgabe erteilen will, oder aber wenn ich eine wichtige Frage an sie richten muss. Welcher Fall auch immer eintritt, der Kontakt mit ihr ist stets gequält und äußerst qualvoll.
Um 18.30 Uhr gilt meine Schicht bei Radio Funkwerk als beendet. Doch gelibgt es mir nur selten zu dieser Zeit das Büro verlassen zu können. Die Arbeit fällt zumeist am Ende der Schicht an. Dann folgt wieder der etwa sieben minütige Heimweg. Auf diesem werden zumeist nötige Einkäufe getätigt.
Zu Hause angekommen, lasse ich mich mit meinem Mitbewohner in Küche sinken, trinken einen Hobel und zünde ein Räucherstäbchen an, um den stressigen Alltag ausklingen zu lassen. Dieser verschwommene Zustand hält durch ständiges "Auftanken" bis etwa 1 Uhr, wenn wir ermattet ins Bett fallen, an.

D
och was hat das ganze mit dem Thema "Nette Cheffin zum Hassen" zu tun? - Ganz einfach. Ich lebe in den Tag und im Laufe des Tages entsteht unweigerlich eine innere Angespanntheit, die auf den anfallenden Aufgaben im Sender beruht. Diese erreicht zumeist ihren Höhepunkt, wenn die Leiterin des Senders in Erfurt mit donnernden Schritten von einem Studio ins andere galoppiert. Mit schweren Schritten bringt sie das ganze Gebäude zu beben, allein aus dem Grund beschäftigt zu wirken so scheint es.
Man versinkt also wieder in der Arbeit, zum Beispiel dem Schreiben einer Moderation über die Pressekonferenz, wo die Schweinegrippe in Erfurt behandelt wurde. Plötzlich wird man allerdings in der Konzentration gestört, weil ein schallendes, schrilles, mädchenhaftes - ja man könnte denken es käme von einer 15-jährigen, Gelächter von irgendwo in das Gehör dringt - die Leiterin lacht. Ein Lachen, dass einem selbst die beste Laune vermiesen kann.
Doch sind diese beiden Faktoren bei Weitem nicht die einzigen, die das Leben in Radio Funkwerk erschweren. Eine Punkt bleibt noch immer: Die mit netter Stimme getarnten Anfeindungen, die durchaus wehtun können.

Keine Frage sie redte immer freundlich, lächelt immer und bleibt zumindest an der Oberfläche immer höflich. Obwohl...eigentlich kann man dieses Lächeln auch als höhnisches Grinsen interpretieren.
Wie man es auf jeden Fall auch sieht. In ihrem Kontrollwahn und ihrer ekligen und gespielt freundlichen Art tritt die Leiterin nicht nur den "niederen" Praktikanten und FSJ'lern auf die Füße, vielmehr berhält sie sich assozial ihrem gesamten beruflichen Umfeld gegenüber.
Liegen mag es an der Angst vor Kontrollverlust, an fehlenden "sozialen Kompetenzen" oder aber einfach an Überarbeitung. Grundsätzlich ist eins jedoch Fakt: Die Mitarbeiter, die das seit bereits drei Jahren aushalten, verdienen entweder Respekt oder Verachtung.

Freitag, 5. Juni 2009

"Der Moment"

Durch die Beine laufen wellenartige Impulse, das Licht ist grell und die Musik tönt vor sich hin, ohne meine Benommenheit zu beeinflussen. Auf der Couch sitzend starre ich auf ein dunkelgrün-weißes Muster am Kühlschrank und beobachte die sich bewegenden Linien. Ein Kreis sticht hervor, dann ein anderer...sie schneiden einander und vereinigen sich dann. Immer mehr verschimmen die Umrisse.
Ein Blick zu Uhr in der Küche sagt mir, dass ich noch drei Stunden Zeit habe. Im wirklichen Leben bedeutet das für mich eine Stunde bis es weitergeht...


Dienstag, 2. Juni 2009

"Empörung erlaubt?" oder "Geschäftsleitung der Erfurter Stadtwerke kommen ungeschoren davon"

Kurzer Abriss der Geschehnisse, die schon etwas vergangen sind:
Vor etwa zwei Wochen war es an die Öffentlichkeit gekommen: Die Geschäftsführer der Erfurter Stadtwerke hatten sich schon vor mehreren Jahren gegenseitig Pensionen zugesichert, sodass sie ab dem 65. Lebensjahr monatlich 5.500 DM erhalten sollten.
Seit dem waren jeweils etwa 27.000 Euro auf die Privatkonten von Otto und Möldner geflossen.
Nach diversen Untersuchungen und Diskussionen im Stadtrat wurde ein wirtschaftliches Gutachten angefertigt, welches zu einem eindeutigen Ergebnis kam: fristlose Kündigung.

Da ist man armer Praktikant im schönen Radio Funkwerk in Erfurt und freut sich, dass man so eine schöne "Skandalgeschichte" zugeteilt bekommt, um einen Beitrag zu schreiben und dann sowas! Man recherchiert sich tot, weil man als Fremdling aus Neubrandenburg gar keine Ahnung was hier so abgegangen ist, schreibt einen wunderschönen Beitrag, der durch journalistischen Feinschliff glänzt ( *G* ), spricht den ganzen Kram schon ein und schneidet ihn zurecht und wartet dann ganz gemütlich auf die Stadtratssitzung, die um 16 Uhr beginnen sollte, um über die Zukunft der Geschäftsführer zu entscheiden. Dann ruft man da um 19 Uhr an (kurz vor Feierabend) und zack: alles für'n Arsch.
"Ach die haben noch gar nicht angefangen. Die Fraktionen beraten noch." - super!!! Dann halt kein Beitrag..die werden die eh entlassen! Nach dem Gutachten und den Beweisen...!

Und dann kommt man Dienstags zur Arbeit und was passiert? "Kündigung der Stadtwerke-Geschäftsführung" abgelehnt. Wie bitte?! Ich denke nicht, dass ich nach den paar Zeilen nochmal Revue passieren lassen muss, um aufzuzeigen was da eigentlich passiert war, aber die haben sich gegenseitig Pensionen zugesichert! Und da beschließen einfach mal CDU und DIE Linke, dass die ganze Sache keine Konsequenzen nach sich ziehen muss.
Die CDU begründete ihre Entscheidung laut der Thüringer-Allgemeinen so:
Die Vorgänge in den Stadtwerken seien dem Oberbürgermeister seit zwei Jahren bekannt. Bausewein habe den Stadtrat nicht überzeugen können, dass in den letzten Tagen substanziell neue Tatsachen auf den Tisch gekommen seien, erklärte die CDU ihre Position. Vor der Stadtratssitzung am Freitag sei der Gutachter des OB Gast in der Fraktion gewesen. Befragt, wer ihm den Auftrag für das Rechtsgutachten gegeben habe, habe er nach längerem Blättern in den Unterlagen erklärt, Auftraggeber sei die Stadt Erfurt gewesen, schilderte Panse. Die CDU spricht damit von einem Gefälligkeitsgutachten.
Aha. Ein Wirtschaftsgutachten ist also nichts neues. Und eine Anwaltkanzlei aus Frankfurt am Main stellt dem wunderschönen Erfurt natürlich einfach mal so ein Gefälligkeitsgutachten aus.
Wie dem auch sei...der Stadtrat hat mit 36 zu 14 Stimmen gegen eine Entlassung gestimmt und die Sache scheint vorerst vom Tisch zu sein.
Mir als Gast in Erfurt schmeckt das ganze nicht und auch bei den Bürgern Erfurts sollte die ganze Sache einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Wir werden sehen, ob Andreas Bausewein, der ÖB Erfurts, Recht behält, wenn er sagt: "Die Zukunft wird mir noch Recht geben" - hoffen wir es...für Erfurt und die SPD.

Dienstag, 26. Mai 2009

"Impressionen" oder "Gehirnbrei"

Prolog: Meine Gedanken sind nur selten geordnet. Und wenn dann so ein Durcheinander mal an die Oberfläche tritt, dann passiert sowas hier...Heute gibt es hier also weder Brisantes, noch Lesenswertes. Es ist einfach...hm ja...was ist das eigentlich...Gehirnbrei, rausgedrückt vom vielen Bier (oder so).


Ein grauer Himmel liegt über Erfurt und der Altbau, auf dessen Balkon ich sitze, ist in eine angenehme Ruhe getaucht. Ich schaue über die mit alten, lilanen Pflanzen bestückten Blumentöpfe und beobachte meine Umgebung.
Doch sehe ich nur das schlechte Wetter über mir, nicht nur die doch etwas hässlichen Blumen vor mir, nicht nur die schäbig wirkenden Bauten auf der anderen Straßenseite, nicht nur die halb abgerissene Tapete neben mir. Nein, wie von meinem Gehirn gezwungen, denke ich trotz all der vermeindlichen Hässlichkeit an die Schönheit der Zeit. So strahlt dieser Altbau, der wohl nur wenigen Geschmäckern entspricht, eine ungewohnte Vertrautheit aus. Eine Vertrautheit, die ich in einer fremden Stadt zu finden geglaubt hatte. Umgeben von fremden Menschen, umgeben von einer fremden Stadt, hineingepresst in fremde Arbeitsverhältnisse. Und trotz dieser befremdenden Verhältnisse reichen zwei Menschen, um mich in eine Vetrautheit zu hüllen, die diese Stadt so wunderschön erscheinen lässt. Wie in rosanes Licht getaucht, als hätte ich eine rosa-rote Brille auf, habe ich mich Hals über Kopf verliebt. Ich habe mich verliebt in alles, was mir hier begegnet:

Menschen kommen und gehen, doch die Menschen, die ich hier kennen lernen durfte, werden bleiben. Vielleicht nicht für immer, aber sie bleiben.
Städte, durch die man reist, verlässt man wieder und dann hat man sie vergessen, doch in dieser werde ich verweilen. Vielleicht nicht für immer, doch ich werde verweilen.
Erfahrungen die man macht, bleiben im Gedächtnis oder man verdrängt sie, doch diese behalte ich in Erinnerung. Vielleicht nicht für immer, aber so lange ich kann.
Lebensweisen unterscheiden sich und manchmal passen sie einfach nicht zusammen, doch die Lebensart hier ist wundervoll. Vielleicht nicht die beste, doch die schönste.
Freunde gibt es gute und schlechte, doch diese hier sind zwei der besten, die es nur geben kann. Vielleicht nicht die besten, aber ich kann mir kaum etwas besseres vorstellen.



Montag, 23. Februar 2009

"Ein Hoch auf das Infotelefon" oder "No pasaran für "no pasaran" "

Nun ist es schon 9 Tage her, dass sich etwa 6.500 Nazis und offiziell 3.500 Polizisten (inoffiziell 5.500) durch die Straßen des wunderschönen Dresden schoben. Dabei war schon der Beginn der Demonstrationen auffällig, denn statt sich um die Gruppe der Nazis zu kümmern, hatte die Polizei nichts besseres zu tun als den genehmigten Demonstrationszug "no passaran" schon am Treffpunkt einzukesseln und vereinzelt Leute gewaltsam aus den Gruppen heraus zu ziehen, um, warum auch immer, ihre Personaldaten aufzunehmen. Zur gleichen Zeit durften tausende Nazis am Hauptbahnhof, mitten in der Stadt, unbehelligt Reden im Sinne der Geschichtsverzerrung schwingen. Allein der Punkt, dass die Stadt Dresden einen Treffpunkt wie den Hauptbahnhof genehmigt hat, ist unverantwortlich. Ich meine, es gibt schönere Bilder für Leute, die auf dem Bahnhof ankommen, als eine Meute Faschisten, die sich vor dem Zentralen Ankunfts- und Abfahrtsort der Stadt versammelt. Also als Tourist wäre ich wohl direkt weiter gefahren, irgendwohin, wo ich keine Angst haben muss von den ach so friedlichen Demonstranten der rechten Szene aufgeschlagen zu werden.
Allgemein war das Auftreten der Polizei, welche, so wie die Nazis, aus dem ganzen Bundesgebiet angereist waren, auf eine bestimmte Gruppierung gerichtet - die Gegendemonstranten. Dabei wurden ahnungslose Zuschauer von den Bürgersteigen und aus Türaufgängen gezerrt, Blockaden gewaltsam aufgelöst und Dienstnummern verweigert. So läuft es wohl in der heutigen Zeit...die Schirmherren der NPD erzählen, scheinheilig wie sie sind, sie seien friedlich und die Linken die bösen randalierenden Demonstranten und schon liegt ein wehrloser Passant mit Schädelbruch im Krankenhaus - verprügelt von friedlichen Nazis.
Vielleicht sollte die Polizei nochmal überdenken wie und wo sie ihre Truppen einsetzt.
So hätte man vielleicht die 10 Polizeifahrzeuge und den Wasserwerfer andersweitig einsetzten sollen, anstatt sie auf die Augustusbrücke zu stellen, um dort, entgegen der Absprache mit den Veranstaltern, Passanten ohne jeglichen Grund aufzuhalten.
Da geht man gemütlich vom Altstadt- zum Neustadtufer, um dann von 5 Polizisten gesagt zu bekommen (sinngemäß):
"Wir dürfen euch nicht wieder rüber lassen und da ihr eindeutig dem linken Spektrum zuzuorden seid, besteht die Gefahr, dass ihr euch mit Alkohol, Musik oder anderen Mitteln aufheizt."
Schon lustig oder? Da steht man nun auf der Neustadtseite von Dresden, die zentrale Kundgebung, auf der u.a. Herr Müntefering gesprochen hat, ist auf der anderen Seite und die lassen da niemanden rüber ausser "ältere Menschen, Rollstuhlfahrer oder ähnliches"!
Bei unserem zweiten Besuch zur Kundgebung zurück zu kommen, stießen wir diesmal auf die Polizisten auf der anderen Straßenseite der Brücke und wieder durften wir nicht passieren.
Der Aspekt, dass ich auf der anderen Seite der Elbe wohne, spielte dabei irgendwie keine Rolle.
"Nehmen Sie doch die nächste Brücke!" war die Antwort, die ich bekam und nachdem ich mich dann noch in Diskussion einmischte, dass das hier alles totaler Schwachsinn sei, und dass der Weg zur zentralen Kundgebung von "Geh Denken" freigegeben werden müsste, wurde mir der Mund verboten.
Meinen Begleitern ging es dabei nicht anders und nach einer ersten Diskussion rief einer von uns das zuständige Infotelefon der Demonstration an, um nach einem anderen Weg zur Bühne auf dem Theaterplatz zu fragen. Dort wurde uns gesagt, dass die Augustusbrücke eigentlich frei sein müsste!!! Der Wasserwerfer und die 20 Polizisten sahen aber nicht so, als wären sie sich dessen bewusst...auch eine zweite Diskussion brachte nichts weiter als die Androhung eines Platzverweises und die Dienstnummer des Hauptredners der Meute vor uns.
Ein zweiter Anruf beim Infotelefon, das Durchgeben der Dienstnummer und 2 Minuten warten, ließen allerdings so eine Art Wunder geschehen. Nach und nach sprangen die Motoren der Polizeifahrzeuge an und fuhren ab!
Da hatte sich doch tatsächlich rausgestellt, dass sie die Brücke widerrechtlich blockieren!
Genial oder? Man stelle sich auf eine Brücke, die der Hauptzugang zur Kundgebung der Gegendemonstration ist und schon dezimiert man die Teilnehmer auf wenige Hundert. Und die NPD darf dann auf ihrer Hompage schreiben wie wenige Beuscher doch auf der Veranstaltung auf dem Theaterplatz waren - so was Lächerliches!
Hauptsache die NPD und ihre internationalen Gefährten dürfen frei durch die Straßen Dresdens ziehen. Hauptsache die Polizei kann Leute, die gegen diese verblendeten Menschen demonstrieren, werden ohne die vorgschriebene dreimalige Warnung mit CS-Gas beschießen.
Hauptsache die Polizei kann im Nachhinein sagen "Wir hatten alles unter Kontrolle". Wird schon keiner so genau hingeguckt haben. Aber das haben wir! Und eine Menge anderer Leute, wie man auf www.geh-denken.de nachlesen kann!

Freitag, 6. Februar 2009

"New York - ich wär' so gerne in New York" oder "Bailout Bill beschenkt das Volk"

Jaja... meine Augen wurden immer größer, als ich aus dem U-Bahn Tunnel mitten in New York stieg! Am Ende der Straße das Empire State Building und genau vor mir der Madison Square Garden...ich muss einfach sagen ich habe mich in diesem Augenblick in die Stadt verliebt - sozusagen Liebe auf den ersten Blick!
Nun ist das schon ein paar Jahre her und ich war damals noch ziemlich jung und wahrscheinlich auch noch ein ganzes Stück kleiner, als ich es jetzt bin, doch New York ist eine Stadt, in der, so glaubte ich zumindest, alles möglich sei. Und dann liegt diese tolle Stadt auch noch im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten". Na wenn das mal keine gute Voraussetzung ist?!
Und endlich kommt das Land doch mal mit einem unglaublichen Ereignis daher, das in unserem Land nicht möglich war - Geldspenden für jeden!
Lange ist es noch nicht her, da kursierten Debatten über eine mögliche Spende an die Bürger der BRD, um die Konjunktur in diesen schwierigen Zeiten etwas anzukurbeln und wer von uns hätte sich das nicht gewünscht? 500€ ?! Einfach so auf die Kralle? - klar warum denn nicht, danke!
Tja, wie wir wohl alle wissen, ist uns dieses Glück (noch) nicht zu teil geworden und nun müssen wir missmutig und neidisch über den Atlantik schielen, wo "Bailout Bill" (übersetzt wohl etwas wie "Hilfsprogramm Bill"), ein mit Wollmütze und Sonnenbrille vermumter Mann, Geld an Bedürftige verschenkt.
Ja es ist wirklich wahr! Da steht wirklich so ein kleines Häuschen mitten auf dem Times Square und darin ein mysteriöser Mann, der mit 50$-Scheinen um sich wirft und je nach Laune einen oder mehrere davon rausrückt.
Nun fragt man sich natürlich warum? Und warum zum Teufel nicht hier? Tja...das "warum?" ist anscheinend nicht ganz so uneigennützig, wie man auf den ersten Blick denken mag, denn mit dieser Aktion wird nichts weiter als PR betrieben. Nun gut der nette Herr hilft damit auf jeden Fall bedürftigen Menschen, aber das ganze nun als herzensgute Tat anzusehen, scheint mir etwas übertrieben. Denn wenn man eine solche Kampagne startet, dann wohl nur mit der Absicht auf Gewinn und was gibt es auch besseres, um Leute auf sich aufmerksam zu machen, als Geld zu verschenken?
n-tv schreibt, dass dieser Stand bald auch in den Städten Washington, Boston und Philadelphia zu finden sein soll, sodass am Ende 500.000€ verschenkt werden sollen. Ein Haufen Geld, mit dem ein noch größerer Haufen Geld zusammen gescharrt werden soll. Und so wirbt "Bailout Bill" für eine Seite, die sich bailoutbooth.com nennt. Auf dieser Seite kann man dann wohl alles anbieten, von Dienstleistungen über das eigene Hab und Gut bis hin zur eigenen Seele.
Tja es ist halt nichts unmöglich im großen Amerika, aber auch nichts ohne kapitalistischen Hintergedanken.

Mein Tipp: Auf nach Amerika! 50$ abgreifen, New York angucken und 'ne Obama-Actionfigur kaufen!!! :)